Was bleibt (Anne VIII)

Was bleibt am Ende des Tages noch übrig. Von den Gedanken morgens unter der Dusche. Von dem Kaffee. Von den Worten am Telefon. Von den Gesichtern in der U-Bahn. Von den Vorhaben am Abend etwas Schönes zu machen – einen Fernsehfilm zu schauen oder in einem Buch zu lesen.

Was bleibt, wenn der Alltag daher plätschert.

Anne (V)

Vielleicht geht es weniger darum anzukommen. Vielleicht geht es vielmehr darum zu leben.

Vielleicht sollte ich das Vielleicht aus meinem Wortschatz streichen, dachte Anne.
Vielleicht ist so bequem – wie ein Platz zum Ausruhen. Kein Handeln nötig. Nur ein Wort – ein gedachtes.

Anne (IV)

Neue Stadt. Neues Leben.
Neue Liebe. Neues Glück. Hatten sie gesagt.

Und jetzt stand sie da. Irgendwie war sie in den letzten Wochen angekommen, aber gefühlt war ihr Herz noch auf Reisen. Wo genau wusste sie auch nicht. Leider bekam sie keine Ansichtskarten von unterwegs. Was wohl drauf stehen würde, fragte sich Anne – vielleicht: „Ich bin noch in Rom. Der Kaffee ist super. Du musst auch mal herkommen. Es würde dir gefallen. Das Licht ist ein besonderes.“ Was würde sie sich freuen, wenn sie die Nachricht in ihrem Postkasten findet. Sofort würde sie ihre Reise planen und sich schon vor dem geistigen Auge auf dem großen Platz sitzen sehen.

Doch so, so saß sie hier. Nicht ganz hier und noch nicht da.
Der Kaffee schmeckte ihr trotzdem. Die Liebe und das Glück werden nicht mehr lang auf sich warten lassen.

In der Ferne

In die Nacht, das Blau hinein.
Fremde Stimmen klingen.
Möchte in der Ferne sein,
Dort wo die Möwen singen.

Am Meer, das schöne Leben,
Ist anders als das hier.
Dort lern’n Gedanken schweben.
Und Du wärst längst bei mir.

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