Weißt du noch?

Weißt du noch,
wie wir am Flughafen standen,
wie wir aufeinander flogen und dann zueinander hin?

Weißt du noch,
wie wir unter Kirschblüten lagen,
am Kiosk eine Tüte voll mit Schlickersachen holten
und zusammen S-Bahn fuhren?

Weißt du noch,
wie wir zusammen in Italien das Meer besuchten,
Cappuccino tranken
und Quellen suchten?

Weißt du noch,
wie wir am Crêpestand warteten,
und du mir die drei Worte ins Ohr flüstertest?

Weißt du noch,
wie wir im Bett lagen
und so für immer bleiben wollten?

Anne (IV)

Neue Stadt. Neues Leben.
Neue Liebe. Neues Glück. Hatten sie gesagt.

Und jetzt stand sie da. Irgendwie war sie in den letzten Wochen angekommen, aber gefühlt war ihr Herz noch auf Reisen. Wo genau wusste sie auch nicht. Leider bekam sie keine Ansichtskarten von unterwegs. Was wohl drauf stehen würde, fragte sich Anne – vielleicht: „Ich bin noch in Rom. Der Kaffee ist super. Du musst auch mal herkommen. Es würde dir gefallen. Das Licht ist ein besonderes.“ Was würde sie sich freuen, wenn sie die Nachricht in ihrem Postkasten findet. Sofort würde sie ihre Reise planen und sich schon vor dem geistigen Auge auf dem großen Platz sitzen sehen.

Doch so, so saß sie hier. Nicht ganz hier und noch nicht da.
Der Kaffee schmeckte ihr trotzdem. Die Liebe und das Glück werden nicht mehr lang auf sich warten lassen.

In der Ferne

In die Nacht, das Blau hinein.
Fremde Stimmen klingen.
Möchte in der Ferne sein,
Dort wo die Möwen singen.

Am Meer, das schöne Leben,
Ist anders als das hier.
Dort lern’n Gedanken schweben.
Und Du wärst längst bei mir.

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